USP veröffentlicht Entwurf eines Kapitels zum Thema Kontaminationskontrollstrategie
Hintergrund und Einleitung
Mit dem neuen Kapitel <1110> zum Thema Contamination Control Strategy (CCS) schlägt die USP die Brücke zwischen den Anforderungen von CFR und dem aktuellen 1. Die USP stellt in ihrer Einleitung fest, dass die mikrobiologische Kontaminationskontrolle ein entscheidender Bestandteil der Arzneimittelherstellung ist. In den USA wird dies durch gesetzliche Vorgaben wie CFR §211.113 geregelt. Eine Kontaminationskontrollstrategie (CCS) ist erforderlich, um das Risiko mikrobieller Verunreinigungen zu minimieren. Sie umfasst eine ganzheitliche Betrachtung der gesamten Produktionsanlage und basiert auf Qualitäts-Risikomanagement (QRM). Nachfolgend sind die wichtigsten Abschnitte aufgeführt, wobei die USP betont, dass diese Übersicht keine 100% Liste aller relevanten Aspekte darstellt.
Planung und Betrieb der Anlage
- Reinraumdesign: Minimierung der mikrobiellen Kontamination durch kaskadierende Druckbeaufschlagung und passende Reinraumklassifikationen (ISO-Standards).
- Luftregelungssysteme: Temperatur-, Belüftungs- und Feuchtigkeitskontrolle, Einsatz von HEPA-Filtern.
- Materialfluss & Prozessablauf: Unidirektionale Prozesse zur Vermeidung von Kreuzkontamination.
- Reinraumqualifizierung: Regelmäßige Tests zu Partikeln, Luftströmen und Filterintegrität.
- Wartung: Planung der Gebäudewartung unter Berücksichtigung mikrobieller Risiken.
Ausrüstung und Prozess
- Anlagenkonzeption: Reinigbare und sterilisierbare Produktionsanlagen mit validierter Reinigungseffizienz.
- Prozessdesign: Geschlossene Systeme werden bevorzugt; offene Prozesse benötigen ISO-5-Umgebung.
- Materialtransfer: Validierte Methoden für Transfers in ISO-5-Bereiche.
- Haltezeiten: Müssen validiert werden, um mikrobielles Wachstum zu verhindern.
Personal
- Schulung: Grundlagen der Mikrobiologie, aseptische Technik, Umweltkontrollen und Reinigung.
- Einkleidung: ISO-8-Bereiche erfordern Schutzanzüge, ISO-5-Bereiche zusätzlich sterile Hauben, Masken und Handschuhe.
- Qualifikation: Umfasst Schulung, Überwachung und mikrobiologische Tests.
Versorgungseinrichtungen
- Wasser: Muss pharmazeutische Qualität haben und regelmäßig auf mikrobielle Belastung überprüft werden.
- Prozessgase: Direkter Kontakt mit Produkten erfordert Sterilfilter (0,2 µm) und regelmäßige Tests.
Rohstoffkontrollen
- Risikobewertung: Berücksichtigt Herkunft, Herstellungsprozesse und Lagerung.
- Eingangskontrollen: Prüfung der Materialien durch Lieferanten und Hersteller erforderlich.
Produktbehälter und Verschlüsse
- Unversehrtheitssicherung: Untersuchungen zur Integrität von Behältern und Verschlüssen.
- Lager- und Transportvalidierung: Gewährleistung der mikrobiellen Barrierefunktion.
Management beim Outsourcing von Tätigkeiten
- Qualitätssicherung externer Dienstleister: Audits, Qualitätsvereinbarungen und regelmäßige Prüfungen.
- Beispiele: Sterilisation, Umgebungsüberwachung und Reinigung ausgelagerter Bereiche.
Risikomanagement und Prozessvalidierung
- QRM-Ansatz: Identifikation, Analyse und Bewertung mikrobieller Risiken.
- Prozessvalidierung: Kontinuierliche Bewertung der Sterilisations- und Produktionsverfahren.
Reinigung und Desinfektion
- Regelmäßige Desinfektion: Basierend auf Reinraumklassifikation und mikrobiellen Trends.
- Validierung: Dokumentation der Effektivität eingesetzter Reinigungs- und Desinfektionsmittel.
Verifizierung von Monitoringkontrollen
- Umwelt- und Personalüberwachung: Bewertung der mikrobiellen Kontrolle in Produktionsbereichen.
- Alternative Überwachungsmethoden: Schnellere Erkennung von Kontaminationen durch neue Technologien.
- Trendanalysen: Zur Identifikation mikrobieller Hotspots und Optimierung des CCS.
Aseptische Prozess-Simulationen (APS)
- Regelmäßige Tests: Worst-Case-Szenarien zur Sicherstellung aseptischer Bedingungen.
- Validierung von Media Fill Tests: Nachweis der Effektivität des aseptischen Prozesses.
Untersuchung von Abweichungen
- Root Cause Analysis: Ermittlung der Ursache mikrobieller Verunreinigungen.
- Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen (CAPA): Implementierung und Wirksamkeitsprüfung.
Eine detailliertere darstellung der einzelnen Punkte und der dazugehörigen Inhalte finden Sie nach vorheriger Anmeldung aud der Webseite der USP.